La Gomera
La Gomera ist nach El Hierro die zweitkleinste der kanarischen Inseln. In einer Kategorie ist sie allerdings Spitzenreiter: Mit 12 Millionen Jahren ist sie das älteste Mitglied des Archipels. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, was sich in vielen Bereichen heute noch gut sehen lässt. Die Vulkanschlote Los Organos etwa ragen direkt an der Küste des Atlantiks wie eine große Orgel aus dem Wasser, wobei die perfekte sechseckige Form der einzelnen "Orgelpfeifen" typisch ist für aus dem Boden gepresstes Magma. Doch auch im Zentrum von La Gomera befinden sich mehrere Vulkane, die zwar schon lange nicht mehr aktiv sind, ihren optischen Reiz dadurch aber nicht verloren haben. Die typisch zugespitzte Form der Vulkanschlote gehört zu den Highlights einer jeden Wanderung über das Zentrum der Insel.
Klimatisch ist La Gomera zweigeteilt. Der Süden ist äußerst trocken, während der Norden der Insel durch die dort vorbeiziehenden Passatwinde mit feuchter Luft versorgt wird und somit fruchtbarer ist. Die Wasserreservoire werden allerdings gleichmäßig unter den Bewohnern verteilt.
Die 22.000 Insulaner von La Gomera leben zum größten Teil vom Ackerbau und dem Tourismus, auch wenn dieser bei weitem nicht die Zahlen anderer kanarischer Inseln wie etwa Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura oder Lanzarote erreicht. Seit langem hält sich im Valle Gran Rey, dem Tal des Großen Königs, eine Hippiekommune auf, deren Größe jedoch im Schrumpfen begriffen ist. Dennoch gibt es auch deswegen eine große Möglichkeit günstiger Übernachtungsmöglichkeiten auf La Gomera. Touristisch interessant ist vor allem die vielfältige Natur von La Gomera. Eines der natürlichen Höhepunkte ist mit Sicherheit der größte zusammenhängende Lorbeerwald der Welt, der sich im Inneren der Insel befindet. Seine Präsenz verdanken die Bewohner der Tatsache, dass La Gomera nicht von der Eiszeit betroffen war, der ansonsten weltweit fast ausgerottete Wald daher bestehen bleiben konnte. Mit den Vulkanen zusammen bildet der Wald den Nationalpark Garajonay, der es sogar zum Status des UNESCO Weltnaturerbe gebracht hat und unter dessen Schutz steht. Der Namensgebende Berg Garajonay ist gleichzeitig die höchste Erhebung der Insel. Beachtet man die Größe La Gomeras von nur 370 Kilometern² ist dessen Höhe von 1500 Metern durchaus beachtlich.
Vom europäischen Festland aus ist La Gomera überr den kanarischen Nachbarn Teneriffa zu erreichen. In einer halben Stunde ist das Eiland mit dem Flugzeug erreichbar, nur etwa 50 Minuten braucht das Speedboat von einer Insel zur anderen. Ca. 2.5 Stunden mit der Fähre.









